Ein Streifzug durch 2000 Jahre europäische Kunst

Kunst verstehen

“Treasure rooms della Galleria Borghese” – Roma, 2014, Mauro Fiorese

AUF DEN SPUREN GROSSER MEISTER

Botticelli, Vermeer, Picasso – ihre Gemälde begeistern bis heute und wecken die Neugier auf die Denkweise und Techniken der großen Meister. Wie malte der geniale Revoluzzer Caravaggio? Wie konzipierte Max Beckmann seine schonungslos gezeichneten Figuren und Szenen? Mit dem Projekt “KAIROS. Der richtige Moment” unternimmt ZOTT Artspace eine Zeitreise durch 2000 Jahre europäische Kunstgeschichte.

„Ich bin überzeugt, dass Kunst mehr interessiert und fasziniert, wenn wir verstehen, wie oder unter welchen Umständen sie entstanden ist. Kunst – durchaus spielerisch – in ihren Kontext zu stellen, das ist es im Kern, was ich mit ZOTT Artspace erreichen will.“ (Christian Zott)

Wolfgang Beltracchi arbeitet an den Werken für die Ausstellung „KAIROS. Der richtige Moment“. Detailaufnahmen aus Werken in den Handschriften von Max Beckmann, Heinrich Campendonk und Lucas Cranach dem Älteren.

Epochen lebendig nachvollziehbar

Mit einem „Kunstgriff“ macht ZOTT Artspace die Malweise großer Meister erlebbar. Der zeitgenössische Künstler Wolfgang Beltracchi malt für das Projekt „KAIROS. Der richtige Moment“ Gemälde in der Handschrift längst verstorbener Künstler. Besucher des ZOTT Artspace schauen dem Meister fremder Handschriften dabei buchstäblich über die Schulter – und erhalten die Gelegenheit, den Schaffensprozess von Lichtgestalten der europäischen Malerei unmittelbar nachzuvollziehen. Für die jeweiligen Bildmotive hat ZOTT Artspace gesellschafts- und kulturgeschichtlich relevante Momente aus der Antike bis hin zur Moderne identifiziert, die nie gemalt wurden. Jetzt werden sie zu Gemälden, die Geschichte in ihren künstlerischen Kontext setzen. Die Gemälde von Wolfgang Beltracchi werden ab Oktober 2018 in der Ausstellung “KAIROS. Der richtige Moment” präsentiert.

 

EINE ZEITREISE DURCH DIE KUNSTGESCHICHTE

Was uns Kunst heute gibt, ist ohne die Vergangenheit kaum verständlich. Der Blick auf die Motive und Ziele der Maler, auf die Machtverhältnisse ihrer Zeit und die Entwicklung ihrer technischen Fähigkeiten, hilft uns ein Werk anders zu entdecken. Jede Epoche wird kompakt vorgestellt. Die Malweise eines herausragenden Künstlers wird nachträglich erlebbar.

“Wenn du an diesen besonderen Orten sein darfst…”

Von der Idee zur Verwirklichung und Fortführung des Projekts: Wie kam die Serie „Treasure Rooms“ zustande?

Mauro Fiorese im Archiv des Museo di Castelvecchio in Verona. Für seine Serie „Treasure Rooms“ fotografierte der Künstler die Depots zahlreicher bedeutender Museen.

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Wissenschaftlicher Beirat

Für das Großprojekt „KAIROS. Der richtige Moment“ arbeitet ZOTT Artspace mit Kunsthistorikern und weiteren Experten für die Vielzahl der beleuchteten Epochen aus 2000 Jahren abendländischer Kultur zusammen. Unser Anspruch ist es, Kunst leicht und spannend zu vermitteln – ohne Abstriche in der wissenschaftlichen Fundierung. Die folgenden Experten unterstützen uns mit ihrem Fachwissen im wissenschaftlichen Beirat:

Goldenes Zeitalter, Jugendstil – und das große Ganze

Sein großes Renommee sowohl in der Wissenschaft als auch im Kunstbetrieb macht den Kunsthistoriker Rainer Metzger zum idealen Berater für unser umfassendes Projekt. Er unterstützt uns bei der Entwicklung der Ausstellung, bei den begleitenden Publikationen und bei ausgewählten Bildideen, aktuell zu den Gemälden in den Handschriften von Gustav Klimt und Jan Vermeer.

Rainer Metzger

Professor Rainer Metzger lehrt seit 2004 Kunstgeschichte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Der gebürtige Niederbayer hat in München Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Neuere Deutsche Literatur studiert. Seine Leidenschaft für die öffentliche Auseinandersetzung und Vermittlung von Kunst führte ihn früh zu zahlreichen publizistischen Tätigkeiten: von kunstkritischen Texten u.a. für die Tageszeitungen Der Standard, FAZ und SZ über Ausstellungskataloge bis hin zum Kunst-Blog in artmagazine und eigenen Publikationen wie zum Beispiel über Vincent van Gogh, Dan Graham, Christian Ludwig Attersee oder Gustav Klimt.

Metzger gestaltete als Kurator und wissenschaftlicher Berater bereits zahlreiche Ausstellungen. Darunter “Religion Macht Kunst – Die Nazarener“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2005) sowie „Mozart“ in der Albertina in Wien (2006).

Von 2004 bis 2007 berief das Bundeskanzleramt der Republik Österreich den Wahlösterreicher in den Beirat für Bildende Kunst. Seit 1997 ist er korrespondierendes Mitglied der Künstlervereinigung „Wiener Secession“. Metzger ist verheiratet mit der Kunstkritikerin Daniela Gregori und lebt in Karlsruhe und Wien.

Ikonoklasmus – der byzantinische Bilderstreit

PD Dr. Sergei Mariev zählt zu den weltweit ausgewiesenen Experten der 1000-jährigen Geschichte des Byzantinischen Reichs. Im Rahmen unseres Projekts entwickelt er die Bildideen zur byzantinischen Kunst und zur mittelalterlichen Buchmalerei mit. Einen Schwerpunkt bildet dabei der byzantinische Bilderstreit, ein Thema, das bis heute faszinierende und lehrreiche Aspekte enthüllt.

Sergei Mariev

Sergei Mariev wurde in Sankt Petersburg geboren und wuchs in den USA auf. Er studierte zuerst Klassische Philologie in Utah und im Anschluss Byzantinistik, Gräzistik und lateinische Philologie des Mittelalters an der LMU München. Seit 2008 lehrt er Byzantinistik am Institut für Byzantinistik, Byzantinische Kunstgeschichte und Neogräzistik der LMU München. 2016 war er Gastprofessor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris, wo er eine Reihe von Seminaren zur Entstehung der Bildtheorie während der ikonoklastischen Zeit in Byzanz veranstaltete und mehrere Vorträge zu diesem Thema hielt. Unter anderem hat er an den Universitäten von Zürich und Basel sowie an der Dumbarton Oaks Research Library and Collection (Harvard University) Forschungsprojekte durchgeführt und mehrere internationale Tagungen und Symposia organisiert.

Für seine Habilitation mit dem Titel “Ästhetische Theorien in Byzanz” wurde er 2014 mit dem hochdotierten Habilitationspreis der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität München e. V. ausgezeichnet. Die byzantinische Geschichtsschreibung, griechische Paläographie sowie byzantinische Philosophie bilden seine Forschungsschwerpunkte. Er ist Begründer und Herausgeber der wissenschaftlichen Schriftenreihe „Byzantinisches Archiv – Series Philosophica“ (De Gruyter).

Bildquellen:

1: August Macke, „Mädchen unter Bäumen“, 1914. © bpk | Bayerische Staatsgemäldesammlungen
a: Lucas Cranach d. Ä. „Ungleiches Paar (Der alte Buhler)“. © bpk / Bayerische Staatsgemäldesammlungen
b: Franz Marc „Ställe“ 1913. © bpk / The Solomon R. Guggenheim Foundation / Art Resource, NY
c: Gustav Klimt „Portrait of Adele Bloch-Bauer I” 1907.  © John Baran / Alamy Stock Foto
d: „The oldest known icon of Christ, 6-7th C“ © www.BibleLandPictures.com/Alamy Stock Foto
e: Ausschnitt aus William Turner, The Burning of the Houses of Parliament, 1834 © World History Archive / Alamy Stock Photo