Ausstellung

Pollux Capella

Pollux Capella

Die Welt der Kunst gleicht heute vielfach einem eigenen, unüberschaubaren Sternensystem. Es gibt längst keine verbindlichen Schulen mehr, unterschiedliche Stilrichtungen existieren gleichberechtigt nebeneinander. Hinzu kommt eine neue, einzigartige Vielfalt durch verschmelzende kulturelle Prägungen in einer globalisierten Kunstwelt. Zwar gibt es Fixsterne, die großen Namen, die übermächtig die Szene überstrahlen, doch täglich leuchten neue Sterne am Kunsthimmel auf – einige um zu bleiben, andere um schnell wieder zu verglühen.

Die Ausstellung „Pollux Capella“, mit der sich ZOTT’S ARTSPACE Dolomites erstmals dem Publikum präsentiert, möchte diese Vielfalt abbilden und dabei der Dauerhaftigkeit der gezeigten Arbeiten hinsichtlich ihrer Eigenständigkeit und ihrer künstlerischen Ausdruckskraft einen besonderen Stellenwert geben. Pollux und Capella, die beiden Sterne, deren Licht die Ausstellung im Winter-Hexagon von Januar bis März begleitet, haben ihren Namensursprung in der griechischen Mythologie, der Wiege der europäischen Kultur: Pollux als Sohn von Zeus und Capella als die Ziege, von der Zeus genährt wurde, als er auf Kreta aufwuchs.

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Den Bogen zu spannen von der Gegenwartskunst in Asien, wo die Galerie ZOTT’S ARTSPACE ihren ersten Standort in Singapur eröffnete, zu aktuellen Strömungen der europäischen Kunst, war die Idee dieser Ausstellung. Die Bandbreite der ausgestellten Werke reicht von abstrakter wie gegenständlicher Malerei über Bildhauerei, Fotographie, multimedialen Installationen und Video-Kunst bis zu raumgreifender Objekt-Kunst. Die teilnehmenden Künstler, die aus Hongkong, Singapur, Spanien, Italien, England, Deutschland und den USA kommen, machen die Ausstellung zu einem Begegnungsort der internationalen zeitgenössischen Kunst.

Mit einem modernen Ausstellungskonzept, das alle Sinne anspricht, möchten wir den Besuchern einen unkonventionellen Zugang zur aktuellen Kunstlandschaft bieten. Aus der produktiven Spannung zwischen den ausgestellten Arbeiten sollen sich anregende Dialoge ergeben zwischen verschiedenen kulturellen und künstlerischen Positionen, die das Erleben der Ausstellung über den Besuch hinaus weiterführen.

Die Künstler

Greta Alfaro

Greta Alfaro, geboren 1977 in Pamplona, lebt und arbeitet in London. Mit ihrer Videokunst schafft sie hintergründige Metaphern für die Abgründe menschlicher Leidenschaften mit symbolischen und ikonografischen Bezügen zu klassischen Motiven der Kunstgeschichte.

Sara Casal

Sara Casal, geboren 1980 in der norditalienischen Stadt Belluno, ist „ eine wahre Forscherin der sensorischen Kombinationen“ (Flodiana Sinanaj). Zum Spektrum ihrer künstlerischen Arbeit zählen Bildhauerei, Zeichnung, Druckgrafik, Malerei und neuerdings auch digitale Grafik. Darüber hinaus widmet sich Sara Casal als Mitglied der Gruppe „Pensierinversi Poeti Erranti del Bellunese” der Poesie. Sie lebt und arbeitet in Forno di Zoldo (Belluno) und in Venedig.

Manfred Dörner

Manfred Dörner, geboren in Wiesbaden, widmete sich in seinen frühen Arbeiten vor allem der Stahlplastik. Heute malt er nach seinem eigenen Prinzip der Zusammenstellung von Bildtafeln zu einem größeren Rechteck. Nicht das einzelne Werk als festgelegte und statische Größe interessiert ihn, sondern dessen Potenzial an Wandlungen und Möglichkeiten. Der konzeptionelle Kern seines Werks liegt darin, durch Kombinationen neue Bildwirkungen zu erzielen.

Hans-Joachim Ellerbrock

Hans-Joachim Ellerbrock begann seine Karriere im Bereich der Dokumentarfotografie. für Magazine wie Stern, Geo, National Geographic, Merian und das New York Times Magazine. In seinem fotografischen Werk gelingt ihm der Brückenschlag von der puristischen Straßenfotografie zum freien Umgang mit den gestalterischen Mitteln des Mediums und artistischen Bildkomposition. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Art Director’s Prize“, den „Kodak Photography Book Prize“ und einen „World Press Award”.

Alberto Fanelli

Alberto Fanelli, geboren 1965 in Mailand, gründete mit seiner Erfahrung in den Bereichen künstliche Intelligenz und computergestütztes Konstruktionsdesign zunächst ein Internet-Start-up. Seit 2007 widmet er sich professionell seiner lebenslangen Leidenschaft, der Fotografie. Er bearbeitet Landschaftsfotos, Portraits, Akt-Fotografien, Stillleben und Videos mit 3D-Techniken und verwandelt sie in ungewöhnliche Raumbilder.

Matteo Lo Greco

Matteo Lo Greco, geboren 1949 in Sizilien, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Lissabon. Als Schüler des Bildhauers Antonio Durante und des Malers Hilário Teixeira Lopes wurde er offizielles Mitglied der National Society of Fine Arts von Portugal. Er hat international an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen und wurde mit dem Entwurf verschiedener Werke im öffentlichen Raum beauftragt, darunter einer monumentalen Skulptur für den Architekten Shigeru Uchida in Tokio sowie der Busto di Giovanbattista Giaquinto für die Stadt Venedig. Seine Werke sind u. a. in der “Galleria Lo Greco” im Zentrum von Venedig ausgestellt.

Anne Herzbluth

Die Malerin Anne Herzbluth, 1962 geboren in Heiligenhafen an der Ostsee, studierte an der Muthesius-Universität in Kiel Kunst und Design. Ihre Bilder wurden u. a. im Rahmen der Biennale in Venedig oder der Art Fair Köln ausgestellt. Über ihr künstlerisches Selbstverständnis sagt sie: „Mein Antrieb sind Dinge, die jeweils eine bestimmte Stimmung oder Geschichte in sich tragen, die einen starken Impuls in mir auslösen. Schnappschüsse unseres Alltags. Daraus entwickle ich dann die Idee – durch Verknüpfungen und Intuition. Es geht um die innere Einsicht, ein tieferes Verständnis.“

Iyvone Khoo

Iyvone Khoo, geboren 1975 in Singapur, lebt und arbeitet in London. Die Künstlerin nutzt fotografische Medien, um den Moment einer Erfahrung einzufangen. Auf experimentelle Weise erforscht sie mit der Kamera neue Wege zur Wahrnehmung der Umwelt. So entstehen Lichtskulpturen, Installationen und Filmwerke. Als MEAD Fellow der University of Arts London beschäftigte sie sich mit Forschern der Scripps Institution of Oceanography in den USA mit lichtemittierenden Organismen wie biolumineszenten Algen.

Tobias Köbsch

Tobias Köbsch, geboren 1977 in Dresden, hat in seiner Malerei einen eigenständigen figurativen Stil etabliert, der als „Visionärer Realismus“ bezeichnet wird. Mit seiner zivilisationskritischen Komponente steht er in der Traditionslinie des Kritischen Realismus. Auch als Objektkünstler genießt Tobias Köbsch hohe Anerkennung. Für seine Arbeiten wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Förderpreis der Merkel Collection (2011).

Hubert Kostner

Hubert Kostner, geboren 1971 in Brixen, studiert an der Akademie der Bildenden Künste in München. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die alpine Landschaft und die Frage nach der räumlichen Erfahrung und Authentizität einer touristisch angeeigneten, idealisierten Naturidylle. Er ist Träger des Premio Agenore Fabbri und des Kunstpreises für Bildhauerei Richard Agreiter. Nach längeren Aufenthalten in Madrid und Peking lebt und arbeitet er heute in Kastelruth, Südtirol.

Beth Moon

Die US-amerikanische Künstlerin Beth Moon, geboren 1956 in Neenah, Wisconsin, widmet sich in ihrem fotografischen Werk seit mehr als 15 Jahren den ältesten, mächtigsten und seltensten Bäumen der Erde. Mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Bildsprache wurde sie zu einer führenden Vertreterin der künstlerischen Naturfotografie unserer Zeit. Ihre Arbeiten sind u. a. im Museum of Fine Arts in Houston zu sehen und wurden in den wichtigsten Magazinen für Fotografie veröffentlicht. Beth Moon erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Golden Light Award der Maine Photographic Workshops.

Beth Moon
Mee Ai Om

Mee Ai Om, geboren in Korea, studierte Malerei in Singapur und Melbourne. Für ihre Arbeiten wurde sie u. a. mit dem UOB Painting of the Year Award ausgezeichnet. Über ihre abstrakte Malerei aus vervielfachten Gittern und lichtdurchlässigen Farben sagt sie: „Kunst ist ein Spiegelbild der inneren Wirklichkeit und sollte faszinieren. Kunstwerke werden nur dann aussagekräftig, wenn man einen emotionalen Kontakt zu ihnen aufbaut.“

Max Schmelcher

Max Schmelcher, geboren 1956 in Lindenberg, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München, gestaltet als Bildhauer vorwiegend mit Bronze, Metall, Holz und Moor. Darüber hinaus ist er für seine Fotoarbeiten bekannt. Mit Ausstellungen und Arbeiten im öffentlichen Raum ist der vielfach ausgezeichnete Künstler in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Konstantin Sotnikov

Konstantin Sotnikov wurde 1979 im russischen Kirowo-Tschepezk geboren. Schon als Kind war er fasziniert von den Fabelwesen des Hieronymus Bosch und den Ikonen von Andrei Rubljow, die er in der elterlichen Kunstbibliothek fand. Aus den vielfältigen Einflüssen unterschiedlicher Kulturen und Kunststile entwickelte der in Hamburg lebende Künstler Gemälde und Skulpturen mit leuchtendem Farbspiel und transkultureller, transtemporaler Expressivität.

Konstantin Sotnikov