Triumph der Schönheit

Jugendstil

Gustav Klimt „Portrait of Adele Bloch-Bauer I” 1907 (1)

ca. 1890 – 1910

Jugendstil – Gustav Klimt auf dem Weg zur Moderne

Ende des 19. Jahrhunderts wenden sich viele Künstler von den traditionellen Kunstidealen ab und suchen die Modernität in Schönheit und Originalität, sie lassen sich inspirieren von Formen und Farben der Natur. Zu den berühmtesten Namen dieser Bewegung zählen Alfons Mucha und Gustav Klimt. Letzterer begründet 1897 die Wiener Secession und wird zu einer Ikone des Jugendstils als deren bedeutendster Stilrichtung. Dabei rückt er die Schönheit und Weiblichkeit in das Zentrum seiner Malerei. Besonders bekannt ist er für seine „goldene Phase“. Seine Modelle umgibt er mit einem reichlich geschmückten Dekor und Ornamenten. Höhepunkt dieser Phase bildet sein berühmtestes Gemälde „Der Kuss“.

In Vorstudien befasst sich Wolfgang Beltracchi in seinem Schweizer Atelier mit dem Ausdruck von Gustav Klimt.

Fünf Fakten – Jugendstil

Gustav Klimt, Alfons Mucha und Franz von Stuck prägten den Jugendstil auf unterschiedliche Art und Weise. Ihre verschiedenen Techniken und Ansätze zeigen, dass der Jugendstil keine einheitliche Form vorgibt. Die Essenz der Strömung liegt in dem gemeinsamen Gedanken an die Wichtigkeit des Individuellen.

1. ZEIT FÜR NEUES
Der Name geht auf die Münchner Kulturzeitschrift „Jugend“ zurück, die die wachsenden Gegenbewegungen zum vorherrschenden Historismus vorstellte. Neben anderen Strömungen wie dem Impressionismus widmete sie dem „Jugendstil“ besonders viel Aufmerksamkeit. Außerhalb Deutschlands waren auch die Namen „Sezessionsstil“ und „Art nouveau“ gebräuchlich. Je nach kulturellem Hintergrund entwickelten sich in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Ausprägungen des Jugendstils.

2. GANZ SCHÖN FUNKTIONAL
Neben der Malerei beeinflusste der Jugendstil auch die Architektur, Möbelherstellung und das Kunsthandwerk. Die Verbindung von Ästhetik und Funktionalität stand plötzlich im Vordergrund.

3. SCHWUNGVOLL
Florale Dekoration mit dynamische Linien, die sich in einer eigenen Symmetrie zueinander verhalten, kennzeichnen den Jugendstil. Alfons Mucha, ein tschechischer Maler und Grafiker, ist bis heute der namhafteste Repräsentant für diese Form des Jugendstils.

4. VEREINT
Von der Künstlerwerkstatt, über die Kunstakademie zu den Künstlergruppen: Im Jugendstil entstehen das erste Mal vermehrt Künstlergruppen, die sich von bestehenden Institution abspalteten, wie z.B. die Münchner Secession (1892) und die Wiener Secession (1897).

5. DAS GROSSE GANZE
Im Jugendstil wurden ganze Ausstellungen als Gesamtkonzeptionen angelegt. Beispielhaft steht dafür die Beethovenausstellung der Wiener Secession im Jahr 1902: Die Werke von 20 Künstlern wurden um die Beethovenstatue von Max Klinger als Gesamtkunstwerk arrangiert.

Alfons Mucha: Mucha Poster 1894 (3)

Gustav Klimt, Beethovenfries (4)

Karlsplatz Wiener U-bahn (5)

Bildquellen:

1: Gustav Klimt „Portrait of Adele Bloch-Bauer I” 1907.  © John Baran / Alamy Stock Foto.
2: Gustav Klimt „Die Braut“ 1918. © FineArt / Alamy Stock Foto.
3: Alfons Mucha: Mucha Poster 1894. © World History Archive / Alamy Stock Foto.
4: Gustav Klimt, Beethovenfries. © Art Collection 3 / Alamy Stock Foto.
5: Karlsplatz Wiener U-bahn. © Michael Brooks / Alamy Stock Foto.
a: Lucas Cranach d. Ä. „Ungleiches Paar (Der alte Buhler)“. © bpk / Bayerische Staatsgemäldesammlungen
b: Franz Marc „Ställe“ 1913. © bpk / The Solomon R. Guggenheim Foundation / Art Resource, NY
c: Gustav Klimt „Portrait of Adele Bloch-Bauer I” 1907.  © John Baran / Alamy Stock Foto.